Schritt 1: Das Fundament, die Website
Der österreichische Komponist Anton Bruckner hat einmal gesagt: “Wer hohe Türme bauen will, der muss lange beim Fundament verweilen.”
Wer seine Website entweder selbst erstellt hat oder von einem Nicht-Profi, der darf sich nicht wundern, wenn darüber keine Mandatsanfragen generiert werden.
Wenn über die eigene Website keine Mandatsanfragen generiert werden, dann stimmt wahrscheinlich auch etwas mit der Website nicht.
Technische Mängel verhindern oft, dass eine Kanzlei Homepage überhaupt eine Chance hat, gut in Google gefunden zu werden.
Häufige Fehler bei Webseiten sind: Schlechte Ladezeiten, Fehler bei der Überschriftenstruktur, Fehler beim grundlegenden Aufbau der Startseite und bei den Unterseiten. Beispiel: Seiten mit nur sehr wenig Inhalt sind schlecht.
Schritt 2: Positionierung
Viele Anwälte sind nicht klar positioniert. Sie nehmen zum Beispiel Mietrechtsfälle an, genauso wie Bankrechts-Fälle und auch Familienrechtsangelegenheiten. Ohne eine klare Positionierung ist Onlinemarketing oft Zeit- und Geldverschwendung. Wer mit einer Schrotflinte schießt, der darf sich nicht wundern, wenn er:
a.) viel teure Munition verbraucht und
b.) er sein Ziel verfehlt.
Es kommt hinzu, dass ein potentieller Mandant sich im Zweifel immer für eine hoch spezialisierte Kanzlei entscheidet.
Lösung des Problems:
Ein Buch über Positionierung lesen und sich dann klar für ein bis maximal zwei Rechtsgebiete entscheiden. Erst anschließend macht Onlinemarketing wirklich Sinn.
Schritt 3: Content Marketing
Über das regelmäßige Erstellen und Veröffentlichen von Hilfeartikeln im Internet lassen sich sehr gut Mandatsanfragen gewinnen.
Die 3 Hauptprobleme dabei sind:
- Viele Anwälte und Kanzleien haben keine Zeit, kein Talent für das Erstellen von hochwertigen Texten oder sie sind zu perfektionistisch veranlagt, weshalb am Ende gar keine Texte geschrieben werden.
- Fehlende Optimierung der bereits vorhanden Texte: Wenn vor dem Schreiben von neuen Texten nicht ganz genau geschaut wird, wonach ein potentieller Mandant eigentlich sucht und dieser Text anschließend nicht entlang von 12 Kriterien optimiert wird, dann kann der Text nicht gut in Google gefunden werden.
- Fehlende Verteilung der Textbeiträge: Wenn mühevoll erstellte Texte anschließend nicht auf Facebook und dem Google Unternehmensprofil verteilt werden, dann werden diese Texte auch bei Google schlechter gefunden.
Lösung des Problems:
Mache zunächst eine Keyword-Recherche (s. auch Video oben ab Minute 3) oder lasse Dir eine solche von einem Profi anfertigen.
Aussagekräftige Keyword-Recherchen können z. B. sehr einfach mit dem Tool SECockpit erstellt werden. Meine Erfahrungen mit diesem Tool kannst Du in unserem Blog hier nachlesen.
Erstelle anschließend basierend auf der Keyword-Recherche einen ganz einfachen Content-Marketing-Plan. Dieser könnte z. B. so aussehen, dass Du Dich zunächst auf 6 Themen festlegst.
Schreibe dann jeden Monat einen hochwertigen Text und veröffentliche ihn anschließend für Google.
Worauf Du dabei achten solltest, erkläre ich in meinem Beitrag zu Content Marketing für Anwälte.
Elemente, die unbedingt optimiert werden sollten, sind z. B. die Hauptüberschrift, die Zwischenüberschriften, das verwendete Bild, der Bilddateiname, die Bildunterschrift sowie mindestens ein ausgehender Link auf eine vertrauenswürdige Quelle, z. B. bei Wikipedia.
Wenn Du Dir unsicher bist, was die Keyword-Recherche oder das Erstellen von Texten angeht, oder wenn Du neben Deinem Alltagsgeschäft schlichtweg keine Zeit hast, dann kannst Du auch uns buchen.
In dem Fall bitte ich Dich, zunächst unseren kurzen Fragebogen auszufüllen. Die Antworten daraus helfen uns dabei zu entscheiden, ob Deine Kanzlei von einer Zusammenarbeit mit uns profitieren würde.
Anschließend kontaktieren wir Dich gerne für ein kostenfreies, 30-minütiges Strategiegespräch, in dem wir gemeinsam herausfinden wollen, ob wir Dir helfen können und ob wir zueinander passen.
Die Facebook Unternehmensseite als wertvoller Brancheneintrag
Auf einer Facebook Unternehmensseite können standardmäßig die Adresse, Telefonnummer und Link zu Deiner Kanzlei hinterlegt werden.
Damit erfüllt Facebook auch die Funktion eines hochwertigen Brancheneintrags, zumindest nach den Kriterien von Google.
Je mehr Brancheneinträge Du mit Deiner Kanzlei hast und je mehr Google diesen Einträgen vertraut, desto besser wirst Du in Deiner Stadt bei Google gefunden.
Je besser Du bei Google gefunden wirst, desto mehr Mandatsanfragen erhältst Du. Dies wiederum führt zu mehr Umsatz und dem schönen Luxus-Problem, dass Du Dir Deine Mandanten aussuchen kannst!
Facebook Unternehmensseite: Pflegen oder nicht pflegen?
Eine passive Facebook Unternehmensseite ohne regelmäßige Pflege ist besser als gar nicht auf Facebook präsent zu sein. Noch besser ist es, wenn Du Dich regelmäßig und aktiv um Deine Facebook Seite kümmerst.
Für unsere Top Kunden veröffentlichen wir zum Beispiel im wöchentlichen Rhythmus neue Facebook Mitteilungen.
Bonus Power Tipp:
Es müssen nicht jedes Mal aufwendig gestaltete Mitteilungen veröffentlicht werden. Oft genügt es, kurze Auszüge von Deinen bereits vorhandenen Website Inhalten bei Facebook zu posten.
Falls Du Dir für Facebook keine Zeit nehmen willst oder kein Geld investieren möchtest, dann empfehle ich Dir im Minimum eine einfache Facebook Unternehmensseite zu erstellen.
Bestücke diese Seite in jedem Fall mit den wichtigsten Angaben zu Deiner Kanzlei. Dazu gehören insb. Deine Öffnungszeiten, Deine Kanzlei-Adresse, Deine Telefonnummer und ein Link zurück zu Deiner Website.
Schritt 5: Brancheneinträge und Backlinks
Wer eine optimierte Website hat, auf die aber nur wenige oder keine anderen Webseiten verlinken (Backlinks), der wird es schwer haben, qualifizierte Mandatsanfragen über das Internet zu erhalten.
Wer viele und hochwertige Links von anderen Webseiten hat, der erreicht mit seiner Kanzlei-Homepage bessere Positionen in Google.
Bessere Positionen in Google bedeuten mehr Website Besucher. Diese führen zu mehr Mandatsanfragen und damit zu mehr Umsatz für Deine Kanzlei.
Gute Brancheneinträge bzw. Backlinks sind demnach eines der wichtigsten Dinge, damit eine Website weit oben in Google gelistet wird.
Ein Backlink im Internet entspricht dabei einer Empfehlung in der Offline-Welt.
Warum ist das so?
Sobald jemand anderes auf die eigene Website verlinkt, dann ist das für Google ein klarer Vertrauensbeweis. Je mehr solcher Vertrauensbeweise es gibt und von je vertrauenswürdigen Webseiten diese kommen, desto weiter nach oben steigt die eigene Kanzleihomepage in Google.
Was sind die Top 5 Linkquellen für Rechtsanwälte?
- Online Branchenlinks: Online Branchenlinks sind zwar nicht die wertvollsten Backlinks, aber sie sind im Vergleich zu den anderen vorgestellten Taktiken einfacher zu erhalten. Außerdem sind sie essentiell, wenn eine Kanzlei bspw. für lokale Suchwort Kombinationen nach dem Muster “Anwalt + Stadt + Rechtsgebiet”, also z.B. “Anwalt Erbrecht Berlin” auf Seite 1 von Google gefunden werden möchte. Beispiele für Onlinebranchen Links sind Verzeichnisse wie z.B. Yelp, 11880, das telefonbuch oder das Experten Branchenbuch.
- Gastartikel schreiben: Hierbei wird ein qualitativ hochwertiger Artikel zu einem relevanten Thema geschrieben und anschließend auf einer anderen Website veröffentlicht. Aus diesem Artikel heraus wird dann auf die eigene Website verlinkt.
- Social Media Backlinks: Anwälte sollten neue Blogbeiträge oder Inhalte der Website immer auch auf Facebook und Google Unternehmensprofil sowie auf LinkedIn verlinken. Jede Verlinkung der eigenen Beiträge in einem externen Portal nützt auch dem Backlink-Profil.
- Blogging: Wer noch nicht regelmäßig neue Inhalte auf der eigenen Website veröffentlicht, der sollte spätestens im Zusammenhang mit einer effektiven Linkbuilding Strategie damit anfangen.
- Linktausch und Kooperationen: Bei einem Linktausch verlinkt Anwalt A auf die Website von Anwalt B. Dieser wiederum verlinkt zurück auf die Website von Anwalt A. Ein einseitiger Link von A nach B wäre zwar wertvoller, aber wenn es nicht anders geht, dann ist auch ein gegenseitiges Verlinken gut.
Schritt 6: Bewertungen
Johanna Busmann ist seit 27 Jahren anerkannte Expertin für Kanzleitraining und Anwaltscoaching.
In ihrem lesenswerten Buch "Chefsache Mandantenakquisition" trifft Dich im Kapitel zur Online-Reputation den Nagel auf den Kopf, wenn sie schreibt:
"Aus Mandantensicht ist der anwaltliche Ruf im Internet entscheidend für die Anwaltswahl, besonders wenn der Mandant selbst keinen Anwalt kennt oder keinen genannt bekam durch Vertrauenspersonen."
So geht ein potentieller Mandant bei der Internetrecherche vor:
Typisches Suchverhalten
Jemand gibt zum Beispiel die Suchwörter „Anwalt Verkehrsrecht Köln“ in Google ein. Daraufhin werden 3 Nennungen in den Google Karten Ergebnissen sichtbar. Nur ein Anwalt davon hat zwei 5‒Sterne Bewertungen. Auf dieses Ergebnis klickt der Suchende zuerst.
Empfehlung durch einen Bekannten
Der Suchende gibt direkt den Namen eines Anwalts ein, der ihm zuvor empfohlen worden ist. Daraufhin sieht er in Google eine 1‒Sterne Bewertung mit dem Titel: „Vorsicht Abzocke“. Trotz Empfehlung wird der potentielle Mandant misstrauisch und klickt sich weiter durch zu einem Anwalt mit positiven Bewertungen.
Fehlende Bewertung
Ein Suchender gibt direkt in Google ein: „Bewertungen Rechtsanwalt Meier“. Er sieht die Meldung: ‚Noch keine Bewertung. Gib als erster eine Bewertung ab.‘ Ein unbeschriebenes Blatt ist uninteressant. Seriös und aussagestark ist das nicht. Den potentiellen Mandanten interessieren echte Erfahrungen mit diesem Anwalt.
5 Vorteile guter Online‒Reputation für Kanzleien
- Das Vertrauen in die Kanzlei und die anwaltliche Kompetenz werden gestärkt
- Der Anwalt vertieft die Bindung zu bestehenden Mandanten
- Höhere Honorare sind leichter durchsetzbar
- Man hebt sich von anderen Kanzleien ohne Bewertung ab
- Positive Bewertungen steigern die Loyalität von Mitarbeitern
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Aufbau einer guten Online-Reputation ein wichtiger Bestandteil einer gelungenen Online-Marketing-Strategie ist.
Schritt 7: Regelmäßigkeit
Zu guter Letzt ist die Regelmäßigkeit wichtig, mit der die in Schritt 1 - Schritt 6 skizzierten Maßnahmen durchgeführt werden.
Es reicht z.B. oft nicht, die Website nur einmal für eine hohe Geschwindigkeit zu optimieren.
Sobald aktiv mit der Website gearbeitet wird, d.h. wenn regelmäßig neue Hilfeartikel veröffentlicht werden, dann muss bei der Website Geschwindigkeit häufig nachjustiert werden.
Außerdem genügt es nicht, einmal alle 6 Monate einen hochwertigen Text zu veröffentlichen, sondern es sollte schon mindestens ein Text im Monat sein.
Erst eine regelmäßige Veröffentlichung von Hilfeartikeln auf Deiner Website hilft Dir dabei, einen echten Expertenstatus in Deiner Nische aufzubauen.
Was glaubst Du, welcher Anwalt wird öfter angefragt und besser in Google gefunden: der Anwalt, der sein Rechtsgebiet am besten beherrscht, oder der Anwalt, der sich darüber hinaus durch Veröffentlichungen im Internet einen Namen macht?
Welcher Anwalt wird eher als Spezialist empfunden und von Mandanten gebucht?
Meiner Erfahrung nach ist es der Anwalt, der hilfreiche Artikel veröffentlicht und diese von Anfang an für die wichtigsten Suchbegriffe optimiert. Dabei ist es wichtig von Anfang an zu schauen, dass nach diesen Suchbegriffen auch tatsächlich von potentiellen Mandanten im Internet gesucht wird.
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